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Interview mit der Poetry Slammerin Katja Hofmann:

Unsere heutige Interviewpartnerin Katja Hofmann ist leidenschaftliche Moderatorin und Poetry Slammerin. Noch nie gehört? Dann wird es Zeit! Der Poetry Slam ist ein Wettbewerb mit großem Unterhaltungsfaktor! Verschiedene Künstler treten dabei mit ihren eigenen Texten gegeneinander an und das Publikum entscheidet, welcher Text sie am meisten überzeugt. In unserem Interview verrät Katja, was Poetry Slam so besonders macht und warum er sich auch für ein Firmenevent wunderbar eignet.

Poetry Slammerin Katja Hofmann auf dem Open Air Bremen - Slammer Filet 2014 by Lu - Fotografie
Poetry Slammerin Katja Hofmann auf dem Open Air Bremen – Slammer Filet 2014 by Lu – Fotografie

eventsofa: Liebe Katja, Poetry Slam hat sich in den letzten Jahren in Deutschland immer mehr durchgesetzt. Was genau trägt man bei einem Poetry Slam denn vor und wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Katja: Ein Poetry Slam ist eine Art „moderner Dichterwettstreit“. Im Gegensatz zu einer altbackenen Wasserglaslesung lebt er unter anderem auch von der Performance der Auftretenden. Wäre Poetry Slam eine Musikrichtung, wäre er vermutlich Rock ‚n‘ Roll. Dabei ist es vollkommen egal, welche Art von Texten man bei einem Slam vorträgt. Ob Rap, Lyrik, Prosa, Standup Comedy oder Performancepoesie, ob lustig, traurig, ernsthaft, politisch oder experimentell,  alles ist möglich, solang die Texte selbstverfasst sind. Im Wettbewerb stellen sich ca. 6-12 PoetInnen der Bewertung einer Publikumsjury. Jede/r Auftretende hat für seinen Text ein Zeitlimit von 4-7 Minuten Zeit und darf keine Requisiten (Verkleidungen, Gegenstände, jonglierende Katzenbabys u.a.) auf der Bühne benutzen. Am Ende kürt das Publikum, mit Hilfe von Applausabstimmungen oder Punktetafeln, den/die beste/n Poeten oder Poetin der Show. Die wichtigste Regel ist allerdings „respect the poet“ und bedeutet, dass man, egal wie gut ein Text und der zugehörige Vortrag letztendlich ist, jede/n SlammerIn ehren sollte. So kann man, auch als Neuling in der Welt des Schreibens jederzeit an einem Poetry Slam teilnehmen und dem Publikum seine Texte präsentieren.

eventsofa: Teams bestehen oft aus ganz unterschiedlichen Mitarbeitern. Was muss ein Firmenchef bei der Planung beachten, damit der Poetry Slam auf seinem Firmenevent bei jedem gut ankommt?

Katja: Man sollte sich auf jeden Fall schon einmal einen Poetry Slam angeschaut haben. Diese Möglichkeit bietet sich mittlerweile in jeder Stadt Deutschlands. Außerdem sollte ein/e Moderatorin die Zuschauer schon einmal zu Beginn des Slams gut einheizen. Sollte man nicht erfahren genug sein, bietet es sich auch jeder Zeit an eine/n Poetry Slam ModeratorIn zu buchen. Um die Slamshow muss man sich auf keiner Firmenfeier Gedanken machen. Da die Texte meist komplett unterschiedliche Themen haben und unterschiedliche Stimmungen vermitteln, ist für jede/n ZuschauerIn Spaß und Interesse vorprogrammiert. Poetry Slam ist wahrlich nicht nur ein Literaturformat für junge Menschen. Jeder kann hier dran teilnehmen oder sich als ZuschauerIn begeistern lassen.

eventsofa: Du gibst auch Workshops zum Thema Poetry Slam. Nicht jeder ist gut im kreativen Schreiben. Was erwartet ein Team, wenn sie an Deinem Workshop teilnehmen?

Katja: Meine Workshops zum Thema Poetry Slam gliedern sich in vier Teile. Im ersten Teil werden  Kennlern- und Vertrauensspiele in der Gruppe gespielt. Im zweiten Teil lernen wir kreative Schreibaufgaben zu meistern. Im dritten Teil üben wir, anhand von Übungen aus dem Schauspiel und Improvisationstheater, wie man einen Text am besten performt und im Abschlussteil steht meist ein Poetry Slam, der vor Publikum oder in der Gruppe, durchgeführt wird.  Meist haben die TeilnehmerInnen schon eine anfängliche Präferenz. Viele haben schon privat Texte verfasst, andere lieben Schauspielübungen sehr. Letztendlich geht es aber auch nicht darum den oder die perfekte Poetry SlammerIn auszubilden, sondern Spaß am Schreiben und Performen zu haben und in einer Gruppe gemeinsam abzuschalten und kreativ zu sein.

eventsofa: Welchen Effekt haben Deine Workshops auf Teamdynamiken? Was können sowohl Chef als auch Mitarbeiter aus dem Workshop mit in den Arbeitsalltag nehmen?

Katja: Beim Workshop zum Thema Poetry Slam und kreatives Schreiben, im Rahmen eines Firmenevents, steht der Spaß am Kreativsein im Vordergrund. Bei vielen Kennlern- und Schauspielübungen lernt sich das Team noch besser kennen. Einen großen Vorteil sehe ich darin, eventuell auch ein neues Hobby für sich, außerhalb des Arbeitslebens, zu entdecken. Über etwas schreiben und sich Gedanken zu einem Thema zu machen, ist eine verlässliche Methode, um dem Alltag zu entfliehen und Stress abzubauen.

eventsofa: Du moderierst Deine eigenen Shows. Wie schaffst Du es das Publikum einzubeziehen und sie stets bei Laune zu halten?

Katja: Zunächst sind Leute, die zu einem Poetry Slam gehen grundlegend aufgeschlossene Menschen. Wichtig für die gesamte Show ist allerdings auch eine gelungene und animierende Moderation. Zum Einstieg sollte man mit dem Publikum Applausspielchen spielen und das höchstmöglichen Applausgeräusch im Raum aus den Menschen herauskitzeln. Weiterhin bietet sich ein „featured artist”, im Slam auch „Opferlamm“ genannt, an, der dem Publikum einen ersten Text, außerhalb des Wettbewerbes präsentiert. Hier kann die Jury schon eingeeicht werden und das Publikum wird „warm“ gemacht. Zwischenzeitlich ist es natürlich auch gut, wenn man das Publikum bei Laune halten kann. Ich persönlich nehme mich als Moderatorin meist nicht zu wichtig und kann oft auch mit dem Publikum über mich selbst lachen. Es sollte dem/der ModeratorIn jede Menge Spaß bereiten, den Poetry Slam zu moderieren. Der Rest klappt von alleine.

eventsofa: Und zum Abschluss: Was war die beste oder auch schlimmste Erfahrung, die Du im Poetry Slam gemacht hast?

Katja: Meine schlimmste Erfahrung als Slammerin war eindeutig mein erster Slamauftritt im Jahr 2008. Ich war super nervös und hatte viele Freunde im Publikum sitzen, die für mich mega Lärm machten. So geschah es, dass ich mit meinem Text, über das Verlassen werden, zu unrecht in eine finales Stechen kam. Leider hatte ich keinen zweiten Text vorbereitet und so musste ich mich der Aufgabe stellen, ohne Text auf der Bühne 4 Minuten lang zu improvisieren und Quatsch zu erzählen. Das war super unangenehm. Letztendlich habe ich den Slam natürlich nicht gewonnen, aber festgestellt, dass ich auf Bühnen sein möchte.

Meine beste Erfahrung bzgl. des Slams war das komplette Jahr 2015. In diesem Jahr wurde ich Thüringer Meisterin im Poetry Slam, hatte Fernsehauftritte und gelangte mit meinem Slamteam „Team MfG“ bis ins Finale der deutschsprachigen Poetry Slam- Meisterschaften in Dresden.  Das war sehr aufregend.

ÜBER KATJA HOFMANN, POETRY SLAMMERIN UND MODERATORIN:

Poetry Slammerin und Moderatorin Katja Hofmann
Poetry Slammerin und Moderatorin Katja Hofmann

Katja schreibt Texte über Liebe und Hass. Die 29-jährige Bühnenpoetin lebt und studiert in Halle an der Saale, wo sie die Literatur-Reihen “Wörterspeise” , “Poeten gegen Sänger” und “Word is Love” organisiert und moderiert – auch dort spielt sie gern mit Klischees und interagiert gekonnt mit Witz und Charme mit ihrem Publikum. Seit Anfang 2008 bereist sie aber vor allem erfolgreich mit ihrer Slam-Partnerin Leonie Warnke als Team MfG Bühnen in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland und gewinnt mit ihrer direkten, lustigfrechen Art die Herzen des Publikums. Geschmacksproben und die Termine der nächsten Auftritte, findet Ihr auf Katjas Website oder auf ihrer Facebook- Like Seite.