Musik – spielend selbst gemacht: Unsere Fragen an DJ Alexander Sokolow

Zu jeder gelungenen Veranstaltung gehört auch Musik. Doch so mancher stellt sich schwer ein gelungenes musikalisches Rahmenprogramm zu kreieren. Wer könnte da besser helfen als ein DJ! Im Interview beantwortet Alexander Sokolow (alias 3PungdKurt) Fragen rund um seine Berufsweld und gibt Tipps in puncto “auflegen”.

eventsofa: Hallo Alex! Stell dich doch mal kurz unseren Lesern vor: Wer bist du und was hat deine Leidenschaft geweckt, als DJ zu arbeiten?

Alex: Hallo mein Name ist Alex. Ich bin 24, habe Betriebswirtschaft in Jena studiert und komme ursprünglich aus Weimar. Nun arbeite ich als Assistent und Booker in einer Bookingagentur in Berlin. Ich manage zurzeit zwei Produzenten beziehungsweise DJ Projekte: 3PungdKurt und Falscher Bart. Bei diesen Projekten bin ich sowohl als DJ als auch als Produzent tätig. Ich habe mit 14 angefangen aufzulegen, weil die damaligen Fernsehübertragungen der Love Parade mich total begeistert haben. Die Energie der Feiernden, die gesamte Euphorie und die zentrale Stellung des DJs in seiner Kanzel haben mich sehr fasziniert. Ein Freund hat sich zu dieser Zeit Plattenspieler und Mixer gekauft, mir angeboten mit ihm zu üben und mit in den Plattenladen zu gehen. Dies taten wir so oft wie möglich und so kam es, dass ich bereits mit 15 an der Love Parade als Gast teilnahm und zurück in Weimar selbst vor 300 Gästen auflegen durfte. Ab da habe ich viele Erfahrungen gesammelt und unzählige Auftritte gespielt. Die Musik hat sich in dieser langen Zeit zwar verändert, die Leidenschaft des Auflegens besteht jedoch bis heute.

eventsofa: Betreibst du das DJing als Fulltime Job und kann man davon leben?

Alex: Ich kann noch nicht allein vom Auflegen leben, jedoch macht es im Schnitt ca. 40% meines Einkommens aus. Dieses Jahr stehen erste Vinylveröffentlichungen auf Berliner Labels aus, was in der elektronischen Welt dem Abiturabschluss in der Berufswelt ähnelt. Ab diesem Zeitpunkt kann man mit weiteren Releases und Präsens stetig daran arbeiten den Zuhörerkreis von einigen Personen live beim Auftritt zu vielen Fans der eigenen Musik, weltweit vernetzt durch Social Media, zu erweitern. Durch diesen Reputationsaufbau steigt auch der „Marktwert“, also die Gage, und damit der Anteil am Einkommen. Reines DJing, also die erfolgreiche musikalische Gestaltung eines Abends oder Zeitfensters durch live stattfindende Selektion und Zusammenmischung beziehungsweise Überblendung fertiger Musikstücke, reicht heutzutage nicht mehr aus um als Neuling in existenziell relevante Gagenbereiche vorzudringen. Darüber hinaus muss man sich heutzutage durch Musikproduktionen, Label Arbeit oder Veranstaltungen einen Namen machen.

eventsofa: Du bist ja schon einige Zeit als DJ tätig und hast die Veränderungen, die sich durch die neue Technik ergeben haben, mitbekommen. Wie arbeitest du denn heute und welches Equipment nutzt du, wo die Plattenspieler fast ausgestorben sind?

 Alex: Ja das ist richtig. Ich habe auf zwei analogen Plattenspielern mit Riemenantrieb und einem analogen Mischpult gelernt aufzulegen. Meine ersten Technics 1210 Plattenspieler hatte ich dann mit 15. Diese verwende ich immer noch bei Auftritten, da ich zu jedem Auftritt Vinylschallplatten mitnehme und nicht auf die Haptik und das großartige Gefühl dabei verzichten möchte. Außerdem nutze ich oft ein DVS also Digital Vinyl System, bei dem eine Schallplatte mit Timecodesignal die digitale Musikdatei im Rechner steuert. CD Spieler, die auch Musik von USBs oder anderen Speichermedien wiedergeben, verwende ich auch regelmäßig, vor allem weil ich ungern einen Rechnerbildschirm beim Auflegen vor mir habe. Ich habe viele meiner Schallplatten digitalisiert, kaufe digital vornehmlich unkomprimierte Dateiformate und komme somit sehr gut mit der heutigen digitalen Musikwelt beim Auflegen zurecht. Plattenspieler und Vinylschallplatten werden meiner Meinung nach nicht so bald verschwinden, es ist einfach der einzig wahre Weg aufzulegen. Solange ich lebe wird es auf jeden Fall mindestens eine Person geben, die analoge Vinylschallplatten auf Technics 1210 Plattenspielern auflegt!

eventsofa: Wenn man als privater Veranstalter eine kleine Feier für Freunde und Familie geben möchte, gehört Musik natürlich auch dazu. Welche Tipps hättest du für “Neulinge”, die ein gelungenes Musikprogramm im Hintergrund brauchen?

Alex: Wenn man Veranstalter ist, sollte man sich einen fähigen DJ mit Reputation in ähnlichen Veranstaltungsbereichen und Musikanforderungen buchen. Wenn man die musikalische Untermalung selbst übernehmen will und möchte, dass alle Gäste in einem so kleinen Rahmen zufrieden sind, dann sollte man einfach jeden Gast 10 Lieder benennen lassen, eine Playlist im Mediaplayer erstellen, die für das eigene musikalische Empfinden einen „Sinn“ ergibt und diese je nach Situation durchlaufen lassen oder live bearbeiten. So kann man im kleinen Rahmen Erfahrungen sammeln. Es hängt immer von den Gästen und dem Anlass der Veranstaltung ab, was Sinn macht und funktioniert. Vom Prinzip sollte man sich gut auf den Veranstaltungsrahmen vorbereiten und einige musikalische Trümpfe und Optionen in der Hinterhand halten. Einen erfahrenen DJ mit Expertise, der genau weiß wie er die aktuelle Situation einschätzen muss und einen musikalischen Plan verfolgt, ersetzt dies jedoch nie.

eventsofa: Für alle, die sich Input für ihre Playlist wünschen – was sind deine Top 5 Lieder, die auf einer Party immer für gute Stimmung sorgen?

Alex:Diese Frage ist in der gestellten Form nicht eindeutig zu beantworten, da der Rahmen, also das Setting, die Stimmung und die Art des Publikums und noch viele weitere Faktoren eine große Rolle spielen. Im Optimalfall schafft es ein DJ das Publikum zu fesseln, mit auf eine Reise zu nehmen und eine spannende Geschichte mit seinem Set zu erzählen. Das einzelne Musikstück stellt hierbei nur eine Seite eines großen Buches dar, die je nach Vortragendem individuell gelesen werden kann. Wenn ich jedoch 5 Lieder nennen soll, die mich in meinem musikalischen Wirken stark beeinflusst haben, dann sind das:

  1. Uffie – Hot Chick
  2. Aphex Twin – Windowlicker
  3. Bugz in the Attic – Consequences
  4. Nana – Lonely
  5. Jamiroquai – Cosmic Girl

Wer mehr über Alex’ Musik wissen möchte, kann auf den Websites seiner Projekte reinhören: 3PungdKurt und Falscher Bart.

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